Warum ein Plan mehr ist als eine Einkaufsliste
Viele Menschen, die zu uns kommen, haben schon einiges ausprobiert. Sie haben Blutwerte beim Hausarzt machen lassen, vielleicht eine umfangreiche Mikronährstoffanalyse, und eine Liste mit Empfehlungen bekommen. Was oft fehlte, war die Antwort auf die eigentlichen Fragen: Was genau soll ich nehmen? Wann am Tag? Wie viel? Welches Präparat? Und wie lange?
Genau das ist ein Supplementplan bei uns. Er beantwortet für jeden Nährstoff fünf Dinge: was du nimmst, wann du es nimmst, wie du es nimmst, in welcher Dosis und welches Präparat. Dazu bekommst du eine kurze Erklärung, warum. Wer versteht, wofür ein Nährstoff da ist, nimmt ihn auch regelmäßiger.
Die Grundlage sind deine Werte, aber nicht nur sie. Eine Zahl im Blut allein sagt oft nicht, ob ein Nährstoff wirklich fehlt. Bei Omega-3, Ferritin und B12 gibt es recht klare Orientierungswerte. Bei anderen Nährstoffen entscheidet die Anamnese mit. Liegt Zink im unteren Drittel und du hast häufig Infekte und brüchige Nägel, ist ein Ausgleich sinnvoll. Liegt er genauso, aber du hast keine Beschwerden, wäre ein Ausgleich eher Kosmetik fürs Blutbild. Darum verbinden wir deine Werte mit deinen Beschwerden, deiner Ernährung, deinem Alltag und deinen Medikamenten.
Dazu kommt, was in den ersten zwei Wochen in der App passiert. Du trackst dein Essen und beantwortest kurze Tagesfragen, etwa zu Energie, Verdauung und Stimmung. So sehen wir, was über die Ernährung schon ankommt und wo es wirklich hakt. Manches lässt sich dann über das Essen lösen, ohne zusätzliche Kapsel.
Ein Plan bei uns heißt übrigens nicht, dass du am Ende möglichst viel nimmst. Oft streichen wir zuerst. Viele Menschen nehmen Präparate, die sie nicht brauchen, doppelt oder in einer Form, die wenig bringt. Ein guter Plan ist deshalb oft kürzer als die Sammlung im Badezimmerschrank, dafür gezielter.
Und noch etwas: Supplements sind ein Baustein, nicht die Lösung für alles. Wenn Ernährung, Schlaf, Bewegung und Stress nicht stimmen, kann das beste Präparat wenig ausrichten. Darum ist dein Supplementplan immer Teil deines Fahrplans, nicht ein Ersatz dafür.
Auffüllen, anpassen, erhalten: wie sich dein Plan verändert
Ein Supplementplan ist bei uns kein starres Dokument. Er verändert sich mit dir, und das ist Absicht. Man kann ihn sich in drei Phasen vorstellen.
In der ersten Phase füllen wir auf. Wo ein Mangel besteht, braucht es anfangs mehr, als auf der Packung steht. Das Bild dafür ist ein Tank. Ist er leer, muss man viel nachfüllen. Ist er voll, braucht man nur noch wenig oder gar nichts mehr, sonst läuft er über. Bei einzelnen Nährstoffen zielen wir dabei auf die obere Hälfte des Referenzbereichs, weil manche Enzyme erst dann richtig arbeiten. Wo das sinnvoll ist, zeigen deine Werte.
In der zweiten Phase schauen wir hin und passen an. Nach etwa acht bis zehn Wochen, je nach Nährstoff, prüfen wir im Verlauf deiner Werte, was angekommen ist. Manche Werte schauen wir uns auch engmaschiger an. Ist ein Speicher voll, senken wir die Dosis. Steigt ein Wert nicht, suchen wir den Grund: Stimmt die Form? Die Einnahme? Nimmt der Darm schlecht auf? Und was nicht mehr gebraucht wird, setzen wir ab.
Manche Präparate sind von vornherein nur für eine begrenzte Zeit gedacht. Das gilt vor allem für pflanzliche Mittel, die wir als Kur einsetzen, etwa Mariendistel oder Artischocke für die Leber und die Verdauung. Sie haben ihren Platz für eine bestimmte Zeit und gehören danach nicht dauerhaft in den Plan.
In der dritten Phase geht es um die Erhaltung. Nach der Begleitung ist dein Plan meist deutlich kleiner als am Anfang. Viele nehmen dann eine Erhaltungsdosis von Vitamin D, Omega-3, Magnesium oder B-Vitaminen, manche auch Zink, Selen oder Jod. Das ist sehr individuell. Bei Selen und Jod bleibt bei manchen dauerhaft eine kleine Dosis, etwa wenn die Ernährung wenig davon liefert oder der Körper mehr braucht. Beim Vitamin D hängt es stark von der Jahreszeit ab.
Ganz ohne Supplements leben nach der Begleitung die wenigsten, und das ist auch nicht das Ziel. Das Ziel ist ein Plan, den du verstehst und der zu dir passt. Für die Jahre danach empfehlen wir dir einen jährlichen Blick auf die wichtigsten Werte, am liebsten im Herbst vor der dunklen Jahreszeit, und eine kleine Anpassung, wo sie nötig ist.
Die richtige Einnahme ohne Stress
Die Einnahme von Supplements wirkt auf viele kompliziert. Mit ein paar Grundregeln wird sie aber einfach, und alles Wichtige steht ohnehin in deinem Plan in der App.
Fettlösliche Vitamine wie D, E, K und A nimmst du zu einer Mahlzeit mit etwas Fett. Auch Omega-3 verträgt der Magen besser zum Essen, und es wird so besser aufgenommen.
Eisen nimmst du getrennt von anderen Mineralien wie Calcium, Magnesium und Zink, und nicht zusammen mit Kaffee, Schwarztee oder Milch. Etwas Vitamin C dazu verbessert die Aufnahme.
Zink verträgt der Magen meist besser zu einer Mahlzeit. Magnesium nimmst du gern am Abend, weil es beim Entspannen helfen kann, und höhere Mengen verteilst du auf zwei Portionen.
Probiotika wählen wir nach dem Zustand deines Darms aus, und zwar bis auf die Ebene des einzelnen Bakterienstamms, denn zwei Stämme derselben Art können ganz verschieden wirken. In deinen Plan kommen nur Stämme, zu denen es Studien gibt.
Und wenn du an einem Tag doch Eisen und Kaffee zusammen erwischst? Dann kommt etwas weniger an, aber nicht nichts. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit über Wochen, nicht der perfekte Einzeltag.
Damit das klappt, erinnert dich die App an die Einnahme. Und wenn ein Präparat zur Neige geht, musst du nicht daran denken, uns Bescheid zu geben. Das läuft inzwischen automatisch, damit keine Lücke entsteht. Wenn du etwas nicht verträgst oder eigenständig etwas weglassen möchtest, sag uns das bitte im Chat. Dann finden wir eine Alternative, statt dass der Plan still aus dem Takt gerät.
Ein Punkt vor jeder Blutabnahme ist besonders wichtig: Setz deine Supplements so ab, wie es dir gesagt wird, und geh morgens nüchtern hin, am besten zwischen acht und zehn Uhr. Andernfalls zeigt der Befund eher die letzte Kapsel als deine tatsächliche Versorgung. Biotin etwa kann einige Labortests verfälschen, auch Schilddrüsenwerte. Welche Präparate du wie lange vorher weglässt, steht in deiner Anleitung zur Blutabnahme.
Woran du ein gutes Präparat erkennst
Nicht jedes Präparat hält, was die Packung verspricht. Darum bekommst du von uns nicht nur den Namen des Nährstoffs, sondern auch eine Empfehlung für Form, Dosis und Präparat, und wir erklären dir, warum.
Ein gutes Präparat erkennst du an einigen Punkten. Erstens an der Form. Viele Nährstoffe gibt es in verschiedenen Verbindungen, die unterschiedlich gut aufgenommen und vertragen werden. Magnesium zum Beispiel gibt es als Oxid, Citrat, Glycinat und in vielen weiteren Formen. Bei B12 und Folat gibt es aktive Formen, die der Körper direkt nutzen kann.
Zweitens an der Dosis. Viele Präparate sind so niedrig dosiert, dass sie einen Mangel kaum ausgleichen. Andere enthalten in Kombination von einem Nährstoff zu viel und vom anderen zu wenig. Einzelne Bausteine lassen sich dagegen genau an deine Werte anpassen.
Drittens an dem, was nicht drin ist. Füllstoffe und Trennmittel erleichtern vor allem die Herstellung. Für dich bringen sie nichts. Gute Präparate kommen mit wenigen oder ohne solche Zusätze aus.
Viertens an der Transparenz. Gute Hersteller lassen ihre Produkte von unabhängigen Laboren prüfen, ob drin ist, was draufsteht, und ob sie frei von Verunreinigungen sind. Sie geben an, woher ihre Rohstoffe kommen, und machen die Ergebnisse zugänglich.
Fünftens an der Verpackung. Empfindliche Stoffe wie Omega-3 oder Vitamin C sollten vor Licht und Sauerstoff geschützt sein, etwa in dunklem Glas.
Ein einziges Produkt ist unser eigenes: Ballaststoffe Plus hat Fabio Arcucci als Baustein für den Darm entwickelt. Ob es in deinen Plan gehört, entscheiden wir genauso wie bei jedem anderen nach deinem Bedarf.
Am Ende gilt: Das beste Präparat ist das, das zu deinen Werten passt, das du verträgst und das du regelmäßig nimmst.



