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Haarausfall in den Wechseljahren: Ursachen und Hilfe

Seit Mitte 40 wird dein Haar dünner, der Scheitel breiter, und plötzlich wachsen Haare am Kinn, wo nie welche waren? In den Wechseljahren verändert sich das Hormonsystem grundlegend, und wir zeigen dir, warum das so stark am Haar sichtbar wird und was du tun kannst.

Was deine Haare brauchen
Ferritinzu niedrig
Zinkknapp
Schilddrüsegut
Hormoneprüfen
Unsere RolleDas Labor misst, wir erklären. Health Journey ordnet keine Untersuchungen an und ersetzt keine ärztliche Betreuung. Wir begleiten dich mit Ernährung, Nährstoffen und Lebensstil.Deine Daten sind bei uns sicher →

Erkennst du das?

01Dein Haar ist am Oberkopf und entlang des Scheitels lichter geworden.
02Die Haare sind feiner, trockener und wachsen nicht mehr so lang.
03An Kinn und Oberlippe tauchen einzelne dunkle Haare auf.
04Dein Zyklus ist unregelmäßig geworden, und die Blutungen sind stärker als früher.
05Du schläfst schlechter und fühlst dich gestresster, und gleichzeitig fallen mehr Haare aus.

Mögliche Ursachen

01
Sinkendes Östrogen
Östrogen hält die Haare länger in der Wachstumsphase und verbessert die Durchblutung der Kopfhaut. Sinkt es, wird die Wachstumsphase kürzer, und die Haare werden dünner.
02
Ein neues Verhältnis der Hormone
Das Östrogen fällt in den Wechseljahren stärker ab als die männlichen Hormone. Dadurch überwiegen sie verhältnismäßig, und empfindliche Haarwurzeln am Oberkopf werden kleiner, während an Kinn und Oberlippe mehr Haare wachsen können.
03
Weniger Progesteron
Progesteron sinkt oft schon Jahre vor dem Östrogen. Es wirkt beruhigend und entzündungshemmend und bremst die Umwandlung von Testosteron in DHT, und genau diese Unterstützung fällt weg.
04
Starke Blutungen in der Perimenopause
In den Jahren vor der letzten Blutung werden die Blutungen bei vielen Frauen stärker. Das leert die Eisenspeicher, und ein Eisenmangel gehört zu den häufigsten Gründen für Haarausfall.
05
Eine träge Schilddrüse
Die Schilddrüse gerät in dieser Lebensphase häufig aus dem Takt. Ihre Beschwerden ähneln denen der Wechseljahre so sehr, dass sie leicht übersehen wird.
06
Stress und schlechter Schlaf
Viele Frauen sind in dieser Zeit beruflich und familiär stark gefordert und schlafen schlechter. Dauerhaft erhöhtes Cortisol verschlechtert die Durchblutung der Kopfhaut und fördert Entzündungen.

Wie wir das angehen

01

Anamnese: Wir gehen deinen Zyklus, deine Blutungen, deinen Schlaf, deinen Stress und deine Ernährung durch und fragen, seit wann sich dein Haar verändert.

02

Befunde: Das Labor misst, wir erklären. Wir schauen auf Hormone, Eisen, Schilddrüse und Nährstoffe und ordnen sie deiner Lebensphase zu.

03

Dein Fahrplan: Speicher füllen, Stress senken, Schlaf verbessern, genug Eiweiß und ein stabiler Blutzucker. Das sind die Grundlagen, die deinem Haar in dieser Phase am meisten helfen.

04

Ärztliche Zusammenarbeit: Ob ein Hormonersatz für dich in Frage kommt, entscheidest du mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt. Wir sagen dir, wenn deine Beschwerden und Werte für ein Gespräch mit ihr sprechen, und stimmen uns gern ab.

05

Begleitung: Haare brauchen Monate, um auf Veränderungen zu reagieren. Wir begleiten dich in dieser Zeit und schauen im Verlauf deiner Werte, was sich tut.

Was wir uns anschauen

Welche Werte bei dir sinnvoll sind, ist individuell und ergibt sich aus deinen Beschwerden und deiner Geschichte. Gemessen wird im Labor, hier ein paar Beispiele, die wir dir dann erklären:

Östradiol, Progesteron und FSH, um zu sehen, wo du in den Wechseljahren stehst
Testosteron, SHBG und DHEA-S, weil das Verhältnis zu den weiblichen Hormonen für die Haare entscheidend ist
Ferritin, Eisen und Transferrinsättigung, weil starke Blutungen in der Perimenopause die Speicher leeren
TSH, freies T3 und freies T4, weil eine Unterfunktion dieselben Beschwerden machen kann
Zink, Kupfer und Selen im Vollblut, weil sie für Haaraufbau und Schilddrüse gebraucht werden
Vitamin D und Omega-3-Index, weil beide für die Haarwurzel und die Regulation von Entzündungen wichtig sind
05 · Dein Einstieg

Bei diesem Thema empfehlen wir das Coaching.

Beide Wege starten mit einem kostenlosen Erstgespräch. Dort klären wir, was für dich passt.

Empfohlen bei diesem Thema
Kompakter Start
Befunde erklären lassen
300 €einmalig
Preis und Ablauf klären wir im kostenlosen Erstgespräch.
· Anamnesegespräch, 60 bis 90 Minuten· Persönliches Befundvideo· Fahrplan mit 3 Zielen in der App
Das Labor misst, wir erklären. Laborkosten zahlst du direkt beim Labor.
Empfohlen bei diesem Thema
Komplett begleitet
Individuelles Coaching
1.600 €4 Monate oder 4 × 400 €
Preis und Ablauf klären wir im kostenlosen Erstgespräch.
· Befunde erklären lassen inklusive· Täglicher Chat, Calls, Biofeedback· Verlauf deiner Werte, Rezepte, Kurse
06 · Was uns unterscheidet

Nicht noch ein Termin. Eine Begleitung.

Ärztliche Versorgung bleibt wichtig. Wir ergänzen sie dort, wo im Alltag oft die Zeit fehlt.

Health Journey
Klassischer Einzeltermin
Selbst recherchieren, Apps
Werte im funktionellen Optimalbereich
Ja
Meist nur Referenz
Ohne Einordnung
Persönliches Befundvideo
Ja
Selten
Nein
Zeit für deine ganze Geschichte
60 bis 90 Min
Oft wenige Minuten
Nein
Fahrplan mit klaren Zielen
Ja, in der App
Selten
Allgemein
Ansprechperson zwischen den Terminen
Täglicher Chat
Bis zum nächsten Termin
Nein
Verlauf deiner Werte im Blick
Ja
Auf Nachfrage
Nein

Was Östrogen für dein Haar tut

Östrogen ist so etwas wie ein Schönheitshormon. Viele Frauen merken das in jungen Jahren in der ersten Zyklushälfte, wenn das Östrogen steigt: Die Haut ist praller, das Haar glänzt, die Stimmung ist besser. Was in den Wechseljahren mit dem Haar passiert, versteht man am besten, wenn man weiß, was Östrogen dort eigentlich leistet.

Zuerst hält Östrogen die Haare in der Wachstumsphase. Jedes Haar wächst über mehrere Jahre, bevor es in eine Ruhephase wechselt und schließlich ausfällt. Je länger die Wachstumsphase dauert, desto länger und kräftiger wird das Haar, und desto mehr Haare sind gleichzeitig am Kopf. Östrogen verlängert diese Phase und sorgt dafür, dass weniger Haare vorzeitig in die Ruhephase gehen.

Zweitens verbessert Östrogen die Durchblutung der Kopfhaut. Die feinen Blutgefäße bringen Sauerstoff und Nährstoffe zur Haarwurzel. Ist die Durchblutung schlechter, kommt dort weniger an.

Drittens ist Östrogen an der Bildung von Kollagen, Elastin und Keratin beteiligt. Keratin ist der Hauptbaustein des Haares, Kollagen stützt die Haut rund um die Haarwurzel. Darum wird mit sinkendem Östrogen nicht nur das Haar dünner, sondern auch die Haut trockener und weniger elastisch, die Kopfhaut eingeschlossen.

In den Wechseljahren fallen diese Effekte nach und nach weg. Die Wachstumsphase wird kürzer, mehr Haare sind gleichzeitig in der Ruhephase, und die nachwachsenden Haare sind feiner. Viele Frauen beschreiben, dass ihr Haar nicht dramatisch ausfällt, aber Jahr für Jahr an Fülle verliert.

Wichtig ist dabei: Auch zu viel Östrogen ist für das Haar nicht gut. In der Perimenopause, also in den Jahren vor der letzten Blutung, schwankt das Östrogen stark und ist zeitweise sogar höher als früher, während das Progesteron schon fehlt. Auch diese Unruhe kann den Haarzyklus durcheinanderbringen. Es kommt nicht auf einen einzelnen Wert an, sondern auf die Balance.

Wenn die männlichen Hormone überwiegen

Auch Frauen bilden männliche Hormone, in den Eierstöcken und in der Nebenniere. In den Wechseljahren sinken sie zwar ebenfalls, aber langsamer als das Östrogen. Das Verhältnis verschiebt sich, und die männlichen Hormone bekommen verhältnismäßig mehr Gewicht, auch wenn ihr Wert gar nicht gestiegen ist.

Für die Haare hat das zwei Folgen, die auf den ersten Blick widersprüchlich wirken. Am Kopf reagieren manche Haarwurzeln empfindlich auf DHT, einen Abkömmling des Testosterons. Unter seinem Einfluss werden sie von Jahr zu Jahr kleiner, und die Haare werden feiner und kürzer. Bei Frauen zeigt sich das vor allem am Oberkopf und als breiter werdender Scheitel. Die Haarwurzeln im Gesicht reagieren dagegen ganz anders: Dort regen männliche Hormone das Wachstum an. Deshalb tauchen bei vielen Frauen in dieser Phase plötzlich dunkle Haare an Kinn und Oberlippe auf.

Ob und wie stark das passiert, hängt zum großen Teil von der Veranlagung ab, also davon, wie empfindlich deine Haarwurzeln sind. Andere Faktoren verstärken es aber. Fehlt das Progesteron, entfällt eine Bremse für die Umwandlung von Testosteron in DHT. Dauerstress kann über die Nebenniere zusätzlich männliche Hormone liefern. Und ein hoher Insulinspiegel senkt das SHBG, ein Eiweiß, das Hormone im Blut bindet. Ist es niedrig, ist mehr freies und wirksames Testosteron unterwegs.

Genau hier lässt sich ansetzen. Ein stabiler Blutzucker senkt das Insulin, und das kann das SHBG wieder steigen lassen. Krafttraining und genug Eiweiß verbessern die Insulinsensitivität, die in den Wechseljahren ohnehin schlechter wird. Und ein guter Umgang mit Stress nimmt der Nebenniere Arbeit ab.

Werden sehr schnell sehr viele Haare im Gesicht oder am Körper sichtbar, oder verändert sich die Stimme, solltest du das ärztlich abklären lassen. Das ist selten, sollte aber nicht einfach den Wechseljahren zugeschrieben werden.

Eisen, Schilddrüse und Stress: die oft übersehenen Mitspieler

Wenn das Haar in den Wechseljahren dünner wird, liegt die Erklärung „Das sind eben die Hormone“ nahe. Oft stimmt sie nur zur Hälfte. Denn in dieser Lebensphase kommen häufig weitere Gründe dazu, die sich viel leichter beeinflussen lassen.

Der erste ist Eisen. In der Perimenopause bleibt der Eisprung immer öfter aus. In diesen Zyklen fehlt das Progesteron, das sonst die Gebärmutterschleimhaut begrenzt, und die Blutungen werden oft stärker und länger. Jede starke Blutung kostet Eisen. Ein leerer Eisenspeicher macht nicht nur müde, sondern ist einer der häufigsten Gründe für Haarausfall bei Frauen. Ein Ferritin unter etwa 50 ist ein Grund, aktiv zu werden, auch wenn das Blutbild noch unauffällig ist. Nach der letzten Blutung füllen sich die Speicher bei vielen Frauen wieder, solange sie sich gut versorgen.

Der zweite ist die Schilddrüse. Sie gerät in dieser Lebensphase häufig aus dem Takt, und eine Unterfunktion macht Beschwerden, die denen der Wechseljahre sehr ähneln: Müdigkeit, Frieren, Gewichtszunahme, trockene Haut und dünnes, glanzloses Haar. Wer mit einer trägen Schilddrüse in die Wechseljahre startet, spürt die Umstellung oft doppelt. Darum schauen wir nicht nur auf das TSH, sondern auch auf die freien Schilddrüsenhormone.

Der dritte ist Stress. Viele Frauen stehen in ihren Vierzigern und Fünfzigern beruflich voll im Leben, kümmern sich um Kinder und oft auch schon um die eigenen Eltern. Gleichzeitig schlafen sie schlechter, weil das beruhigende Progesteron fehlt. Dauerhaft erhöhtes Cortisol verschlechtert die Durchblutung der Kopfhaut, fördert stille Entzündungen und kann sogar die Umwandlung der Schilddrüsenhormone in ihre aktive Form bremsen.

Eine besonders stressige Phase kann außerdem einen telogenen Haarausfall auslösen, der erst zwei bis drei Monate später sichtbar wird. Dann überlagern sich zwei Dinge: das langsame Ausdünnen durch die Hormone und ein plötzlicher Schub. Wer beides auseinanderhält, weiß, wo er ansetzen kann.

Was jetzt hilft und wo die Grenzen liegen

Die Wechseljahre lassen sich nicht aufhalten. Aber du kannst viel dafür tun, dass dein Haar gut durch diese Phase kommt.

Iss genug, und vor allem genug Eiweiß. Viele Frauen reagieren auf die ersten Kilos am Bauch mit einer Diät. Für die Haare ist das oft der falsche Weg, denn zu wenig Essen ist für den Körper Stress und kann selbst einen Haarausfall auslösen. Eiweiß liefert die Bausteine für Keratin und schützt gleichzeitig Muskeln und Knochen.

Halte deinen Blutzucker ruhig. Mahlzeiten mit Eiweiß, Gemüse, gesunden Fetten und Kohlenhydraten mit vielen Ballaststoffen beugen starken Insulinspitzen vor. Das entlastet das Hormonsystem und kann den Einfluss der männlichen Hormone dämpfen. Krafttraining zwei- bis dreimal pro Woche unterstützt das zusätzlich.

Füll die Speicher, die fehlen. Eisen, Zink, Kupfer, Selen, Vitamin D und Omega-3 werden gemessen und gezielt ausgeglichen. Bei den Mineralien schauen wir auf das Vollblut, weil sie größtenteils in den Zellen sitzen.

Nimm Stress und Schlaf ernst. Ein fester Abendrhythmus, weniger Bildschirm am Abend und regelmäßige Entspannungsübungen sind für die Haare kein Luxus, sondern Teil des Plans.

Und dann gibt es die Hormone selbst. Für manche Frauen ist ein ärztlich begleiteter Hormonersatz eine gute Option, auch für Haut und Haare. Ob das für dich in Frage kommt, welche Form und welche Dosis, entscheidest du mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt. Wir kümmern uns um die Grundlagen, damit dein Körper bestmöglich vorbereitet ist, und sagen dir, wenn deine Beschwerden für ein ärztliches Gespräch sprechen.

Bei erblich bedingtem Haarausfall, kreisrunden kahlen Stellen oder einer entzündeten Kopfhaut ist zudem eine hautärztliche Einschätzung sinnvoll. Je früher gegengesteuert wird, desto mehr lässt sich erhalten.

Gut zu wissen
Wenn dein Haar in den Wechseljahren dünner wird, lass nicht nur die Hormone, sondern auch Ferritin und Schilddrüse messen. Diese beiden sind häufige Mitspieler und lassen sich oft leichter beeinflussen als die Wechseljahre selbst.
Mythos und Fakt

Was oft gesagt wird. Und was stimmt.

MythosHaarausfall in den Wechseljahren ist einfach Schicksal.
FaktDie Hormone spielen eine große Rolle, aber oft kommen Eisenmangel, die Schilddrüse oder Stress dazu. Diese Mitspieler lassen sich gezielt angehen.
MythosIn den Wechseljahren hat man zu viele männliche Hormone.
FaktMeist sinken auch die männlichen Hormone. Sie fallen aber langsamer als das Östrogen und überwiegen deshalb verhältnismäßig.
MythosEine Diät hilft, die Hormone in den Griff zu bekommen.
FaktZu wenig Essen ist für den Körper zusätzlicher Stress und kann selbst Haarausfall auslösen. Genug Eiweiß und ein stabiler Blutzucker helfen mehr.
FAQ

Häufige Fragen

Bei vielen Frauen schon in der Perimenopause, also in den Jahren vor der letzten Blutung, meist in den Vierzigern. Oft zeigt er sich als langsames Ausdünnen, manchmal kommt ein plötzlicher Schub nach einer stressigen Phase dazu.

Ein Schub durch Stress oder Eisenmangel bildet sich meist zurück, wenn der Auslöser behoben ist. Das langsame Ausdünnen durch die Hormone lässt sich oft bremsen, je früher, desto besser.

Bei manchen Frauen kann er auch Haut und Haaren guttun. Ob er für dich in Frage kommt, entscheidest du mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt.

Meist, weil das Östrogen stärker sinkt als die männlichen Hormone. Im Gesicht regen männliche Hormone das Haarwachstum an, auf dem Kopf lassen sie empfindliche Haarwurzeln dagegen schrumpfen. Übrigens werden die Haare vom Rasieren nicht dicker, sie wirken an der stumpfen Schnittkante nur kräftiger.

Eine große. Genug Eiweiß, ein stabiler Blutzucker und gut gefüllte Speicher an Eisen, Zink und Vitamin D geben den Haarwurzeln, was sie in dieser Phase brauchen.

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