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Blutwerte erklären lassen: Verstehen, was dein Blut sagt

Deine Werte sind „alle im Normbereich“, und trotzdem fühlst du dich nicht gut? Das Labor misst, wir erklären: Wir gehen jeden Wert mit dir durch, verbinden ihn mit deiner Geschichte und machen daraus einen Fahrplan, mit dem du im Alltag etwas anfangen kannst.

15 Unterthemen·Das Labor misst, wir erklären·Deine Daten sind bei uns sicher
Beispielbefund
Deine Blutwerte
ReferenzbereichOptimalbereich
Ferritin
22 ng/ml
niedrig
Vitamin D
34 ng/ml
ausbaufähig
TSH
3,1 mU/l
ausbaufähig
Vitamin B12
612 pg/ml
optimal
HbA1c
5,1 %
optimal
Befundvideo von deinem Coach
12:40 Min · 3 Werte im Fokus

Erkennst du das?

01Dein Arzt sagt, die Blutwerte sind in Ordnung, aber du bist ständig müde.
02Du hast einen Befund voller Zahlen und Abkürzungen und weißt nicht, was er für dich bedeutet.
03Du hast schon viel messen lassen, aber niemand hat dir gesagt, was du jetzt tun sollst.
04Deine Beschwerden wurden als Stress oder „psychisch“ abgetan.
05Du nimmst Supplements, weißt aber nicht, ob du sie wirklich brauchst und in welcher Dosis.
06Du hast über die Jahre viele Befunde gesammelt, aber nie hat jemand alle zusammen angeschaut.

Mögliche Ursachen

01
Zu wenig gemessen
Das „große Blutbild“ zeigt vor allem die Blutzellen und ein paar Organwerte. Nährstoffe, Hormone und viele Entzündungsmarker fehlen fast immer. Dabei sind es oft genau diese Werte, die erklären, warum du dich nicht gut fühlst.
02
Referenzbereich statt Optimalbereich
Ein Wert im Normbereich heißt nicht, dass er für dich gut ist. Viele Grenzen sind so gesetzt, dass sie eine Krankheit erkennen, nicht einen gesunden Zustand. Wer dazwischen liegt, fällt durchs Raster.
03
Einzelwerte ohne Zusammenhang
Wer nur den Nüchternblutzucker misst und nicht das Insulin dazu, übersieht eine beginnende Insulinresistenz leicht. Viele Werte ergeben erst zusammen ein Bild. Einzeln betrachtet sehen sie harmlos aus.
04
Schilddrüse nur über TSH beurteilt
Das TSH ist nur das Signal, mit dem das Gehirn die Schilddrüse antreibt. Ob tatsächlich genug Hormon ankommt, zeigen erst die freien Schilddrüsenhormone. Ohne sie bleibt eine träge Schilddrüse oft unentdeckt.
05
Werte ohne Geschichte
Ein erhöhter Kreatininwert kann bei jemandem, der Kreatin nimmt oder viel Muskelmasse hat, ganz harmlos sein, und trotzdem heißt es schnell, die Niere sei angegriffen. Ohne Anamnese werden solche Werte leicht falsch gedeutet. Mit dem Cystatin C gibt es dann einen Nierenwert, der von den Muskeln unabhängig ist.
06
Fehler vor der Blutabnahme
Zu spät am Tag, Supplements nicht abgesetzt oder mit einem Infekt zur Blutabnahme gegangen, und schon sind teure Werte kaum aussagekräftig. Das ist ärgerlich, weil die Werte bezahlt sind und trotzdem nichts sagen.

Wie wir das angehen

01

Anamnese: In einem Gespräch von 60 bis 90 Minuten gehen wir deine Beschwerden, deinen Alltag und deine Vorgeschichte durch. Erst danach entscheiden wir, welche Werte sinnvoll sind.

02

Messung: Die Blutabnahme machst du in einem freien Labor in deiner Nähe, in einem unserer Partnerlabore oder bei einer kooperierenden Ärztin oder einem Arzt. Das Labor misst, du bekommst von uns vorher eine klare Anleitung, worauf du achten musst.

03

Befundvideo: Jeden Wert erklären wir dir in einem ausführlichen Video, verständlich und in Ruhe. Je nach Umfang dauert es 30 bis 90 Minuten, und du kannst es dir so oft ansehen, wie du willst.

04

Dein Fahrplan: Aus Anamnese und Befund entsteht dein persönlicher Plan für Ernährung, Nährstoffe, Bewegung und Stressmanagement, direkt in der App.

05

Rückfragen und Verlauf: In einem Call klären wir offene Fragen. Nach einigen Wochen zeigt der Verlauf deiner Werte, was sich getan hat, und dein Plan wird angepasst.

Was wir uns anschauen

Blutbild
rote und weiße Blutzellen und Blutplättchen. Die Größe und Färbung der roten Blutkörperchen gibt erste Hinweise auf einen Mangel an Eisen oder B-Vitaminen.
Eisenstatus
Ferritin, Eisen und Transferrinsättigung. Das Ferritin zeigt, wie voll dein Eisenspeicher ist, lange bevor eine Blutarmut sichtbar wird.
Schilddrüse
TSH, freies T3 und freies T4, bei Bedarf Antikörper. Erst alle zusammen zeigen, ob die Schilddrüse genug liefert und ob das Hormon in seine aktive Form umgewandelt wird.
Blutzucker
Nüchternglukose, Insulin, HOMA-Index und Langzeitblutzucker (HbA1c). So sehen wir, wie viel Arbeit dein Körper leisten muss, um den Zucker im Griff zu halten.
Blutfette
Cholesterin, Triglyceride und Apolipoprotein B (ApoB). ApoB zeigt die Zahl der Teilchen, die sich in den Gefäßen ablagern können.
Entzündung
CRP für stille Entzündungen und Homocystein, das die Gefäße belasten kann und viel über die B-Vitamin-Versorgung verrät.
Nährstoffe
Vitamin D, B12, Folat, Omega-3 und Mineralien wie Magnesium, Zink und Selen. Bei den Mineralien schauen wir auf das Vollblut, weil sie größtenteils in den Zellen sitzen.
Hormone
je nach Thema Geschlechtshormone wie Östradiol, Progesteron und Testosteron oder ein Cortisol-Tagesprofil aus dem Speichel.
Organwerte
Leber- und Nierenwerte, bei Bedarf mit Cystatin C.
Darm
bei Verdauungsbeschwerden eine Mikrobiomanalyse oder ein Atemtest.

Nicht jeder braucht alles. Eine Basis ist bei allen gleich, der Rest richtet sich nach deinen Beschwerden und deinen Zielen.

Warum „alles im Normbereich“ nicht heißt, dass alles gut ist

Der Referenzbereich auf deinem Befund ist keine Gesundheitsgrenze, sondern Statistik. Er bildet ab, welche Werte bei den Menschen vorkommen, die sich Blut abnehmen lassen. Das sind überwiegend Menschen, die schon Beschwerden haben oder krank sind, denn kaum jemand lässt vorbeugend messen. Der „Normalbereich“ ist also der Bereich, in dem die meisten Getesteten liegen, nicht der Bereich, in dem es dem Körper gut geht.

Dazu kommt: Jedes Labor hat eigene Bereiche, teils sogar eigene Einheiten für denselben Wert. Wer zwei Befunde aus verschiedenen Laboren vergleicht, vergleicht manchmal Äpfel mit Birnen.

Viele dieser Grenzen sind so gesetzt, dass sie eine Krankheit erkennen. Wer darunter oder darüber liegt, ist auffällig. Wer innerhalb liegt, wird durchgewunken. Genau dazwischen liegt aber ein großer Graubereich: Menschen ohne Diagnose, deren Werte trotzdem nicht dort sind, wo sich der Körper wohlfühlt.

Ein Beispiel ist das Ferritin, der Eisenspeicher. Die Referenz reicht teils von etwa 10 bis 300, da fällt fast jeder hinein. Ein Wert unter etwa 50 gilt aber bereits als Eisenmangel ohne Blutarmut. Viele Frauen haben genau das, mit fast denselben Beschwerden wie bei einer Blutarmut: Müdigkeit, Haarausfall, wenig Belastbarkeit, Kurzatmigkeit beim Treppensteigen. Erkannt wird es oft nicht, weil das Hämoglobin noch normal ist.

Ähnlich ist es bei der Schilddrüse. Die Referenz für das TSH reicht teils bis über 4. Viele Menschen haben aber schon deutlich darunter Beschwerden. Optimal liegt es meist unter 2.

Darum schauen wir auf den Optimalbereich. Das ist der Bereich, in dem ein Wert für deine Gesundheit günstig ist, abhängig von deinem Alter, deinem Geschlecht und deinen Zielen. Ein Ausdauersportler braucht zum Beispiel ein anderes Hämoglobin als jemand, der zweimal pro Woche Krafttraining macht. Und umgekehrt gilt: Wer außerhalb der Referenz liegt, ist nicht automatisch krank. Es kommt immer auf den Wert, die Person und das Gesamtbild an.

Insulin: der Wert, der fast immer fehlt

Beim Hausarzt wird fast immer der Nüchternblutzucker gemessen. Das Insulin dazu fehlt meistens. Dabei ist es oft der aussagekräftigere Wert.

Insulin ist ein Hormon aus der Bauchspeicheldrüse. Nach dem Essen steigt dein Blutzucker, und Insulin sorgt dafür, dass der Zucker aus dem Blut in die Zellen kommt, vor allem in die Muskeln, die Leber und das Fettgewebe. Man kann es sich vorstellen wie einen Schlüssel, der die Zellen für den Zucker aufschließt.

Bei einer Insulinresistenz klemmt das Schloss. Die Zellen reagieren schlechter auf Insulin. Die Bauchspeicheldrüse gleicht das aus, indem sie immer mehr Insulin ausschüttet. Mit viel Insulin bekommt der Körper den Blutzucker noch eine ganze Weile in den Griff, oft über Jahre. Der Nüchternblutzucker bleibt dabei normal, und niemand merkt etwas. Erst wenn die Bauchspeicheldrüse nicht mehr hinterherkommt, steigt auch der Blutzucker. Dann ist schon viel passiert.

Genau deshalb ist das Insulin so wertvoll: Es zeigt die Arbeit, die der Körper leisten muss, lange bevor der Zucker entgleist. Die Labornorm reicht teils bis 30, optimal sind aber Werte unter 8. Aus Nüchternzucker und Nüchterninsulin lässt sich zusätzlich der HOMA-Index berechnen. Optimal liegt er unter 1,5. Ab etwa 2,5 spricht vieles für eine Insulinresistenz.

Dazu kommt der Langzeitblutzucker, das HbA1c. Er zeigt, wie hoch dein Blutzucker im Schnitt der letzten zwei bis drei Monate war. Optimal liegt er um 5,3 %. Ab 5,7 % spricht man von einem Vorstadium des Diabetes, die Übergänge sind aber fließend.

Warum das auch für dein Wohlbefinden wichtig ist: Insulin ist ein Speicherhormon. Solange viel davon im Blut ist, baut der Körper kaum Fett ab. Viele, die trotz Diät nicht abnehmen, haben genau hier ihren Bremsklotz. Und eine Insulinresistenz macht sich oft auch durch Heißhunger, Müdigkeit nach dem Essen und Energietiefs am Nachmittag bemerkbar.

Homocystein: klein, aber wichtig

Homocystein ist einer der Werte, die kaum jemand kennt und die fast nie gemessen werden. Dabei sagt er viel aus.

Homocystein ist ein Zwischenprodukt im Stoffwechsel. Es entsteht, wenn der Körper die Aminosäure Methionin verarbeitet, die du mit eiweißreicher Nahrung aufnimmst. Normalerweise wird Homocystein schnell weiterverarbeitet, entweder zurück zu Methionin oder weiter zu anderen nützlichen Stoffen. Für diese Weiterverarbeitung braucht der Körper drei Helfer: die Vitamine B6, B9 (Folat) und B12.

Fehlt einer dieser Helfer, staut sich das Homocystein im Blut. Ein erhöhter Wert ist deshalb ein guter Hinweis darauf, dass deine B-Vitamin-Versorgung nicht reicht, auch wenn die einzelnen Vitamine im Blut noch normal aussehen. Wir sehen das sehr häufig.

Warum ein erhöhtes Homocystein ungünstig ist: Es belastet die Innenwand der Blutgefäße. Diese dünne Zellschicht, das Endothel, sorgt dafür, dass die Gefäße elastisch bleiben und sich weit stellen können. Homocystein kann sie schädigen und dort Entzündungen fördern. An einer entzündeten Gefäßwand können sich Cholesterinteilchen leichter festsetzen. Deshalb gilt ein dauerhaft erhöhtes Homocystein als eigener Risikofaktor für die Gefäße.

Dazu kommt: Der Stoffwechselweg, in dem Homocystein entsteht, liefert auch Methylgruppen. Das sind kleine Bausteine, die der Körper für die Bildung von Botenstoffen im Gehirn, für den Abbau von Hormonen und für viele weitere Vorgänge braucht. Ein erhöhtes Homocystein zeigt also auch, dass dieser wichtige Kreislauf nicht rund läuft.

Die gute Nachricht: Homocystein lässt sich meist gut beeinflussen. Mit einer gezielten Versorgung mit B-Vitaminen in der passenden Form und einer Ernährung mit genug Folat, etwa aus grünem Blattgemüse und Hülsenfrüchten, sinkt der Wert oft schon nach einigen Wochen. Ob es geklappt hat, zeigt der Verlauf deiner Werte.

Cholesterin verständlich erklärt

Cholesterin hat einen schlechten Ruf, ist aber lebenswichtig. Dein Körper braucht es für jede Zellwand, für Hormone wie Östrogen, Testosteron und Cortisol und für Vitamin D. Den größten Teil bildet er selbst in der Leber.

Weil Cholesterin ein Fett ist, kann es nicht einfach im Blut schwimmen. Es wird in kleinen Transportern durch den Körper gefahren, den Lipoproteinen. Die bekanntesten sind LDL und HDL. Das LDL bringt Cholesterin von der Leber zu den Zellen, das HDL bringt überschüssiges Cholesterin zurück zur Leber. Darum heißt das LDL oft „schlechtes“ und das HDL „gutes“ Cholesterin. Ganz so einfach ist es aber nicht.

Stell dir die Transporter wie Lieferwagen auf einer Straße vor. Der LDL-Wert auf deinem Befund zeigt, wie viel Ladung insgesamt unterwegs ist, also wie viel Cholesterin in allen Lieferwagen zusammen steckt. Für deine Gefäße zählt aber vor allem, wie viele Lieferwagen unterwegs sind. Denn je mehr Lieferwagen auf der Straße sind, desto öfter bleibt einer hängen. In den Gefäßen heißt das: Die Teilchen dringen in die Gefäßwand ein und lagern sich dort ab. Daraus entstehen über Jahre die Ablagerungen, die man Arteriosklerose nennt.

Genau diese Zahl der Lieferwagen zeigt das Apolipoprotein B, kurz ApoB. Jedes der Teilchen, die sich ablagern können, trägt genau ein ApoB-Molekül. Darum gilt ApoB als einer der wichtigsten Werte für das Herz-Kreislauf-Risiko. Zwei Menschen können dasselbe LDL haben und trotzdem eine ganz unterschiedliche Zahl an Teilchen, etwa weil die Teilchen bei einem klein und zahlreich sind. In Deutschland wird ApoB noch selten gemessen, bei uns gehört es dazu.

Wie gefährlich die Teilchen werden, hängt auch vom Zustand der Gefäßwand ab. Ist sie entzündet, etwa durch ein erhöhtes Homocystein, durch Rauchen, Bluthochdruck oder eine Insulinresistenz, haben es die Teilchen leichter, sich festzusetzen. Darum schauen wir die Blutfette nie allein an, sondern immer zusammen mit Entzündungswerten und Blutzucker.

Das „große Blutbild“ ist kleiner, als es klingt

Wenn beim Hausarzt vom großen Blutbild die Rede ist, klingt das nach einem umfassenden Check. Tatsächlich ist es vor allem ein Bild der Blutzellen: rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen. Dazu kommen meist ein paar Leberwerte, etwas Blutzucker, die Blutfette und vielleicht die Harnsäure.

Für die Frage, ob du krank bist, ist das ein sinnvoller Anfang. Für die Frage, warum du dich nicht gut fühlst, reicht es oft nicht. Nährstoffe, Hormone und Entzündungsmarker fehlen fast immer. Dabei sind es oft genau diese einfachen Dinge, die den Unterschied machen.

Typische Beispiele aus unserer Praxis: Die Schilddrüse wird nur über das TSH beurteilt. Das TSH ist aber nur das Signal, mit dem das Gehirn die Schilddrüse antreibt. Die freien Hormone T4 und T3 zeigen, ob tatsächlich genug ankommt. T4 ist dabei die Vorstufe, T3 die aktive Form, die in den Zellen wirkt. Für die Umwandlung von T4 in T3 braucht der Körper Selen. Ein einfacher Selenmangel kann sie bremsen, und niemand misst Selen.

Bei Frauen bleiben oft Eisen-, Jod- und Selenmangel gleichzeitig unentdeckt, obwohl genau diese drei Nährstoffe für die Schilddrüse wichtig sind. Bei Männern wird oft nur das Gesamttestosteron bestimmt. Ein großer Teil davon ist aber an ein Eiweiß im Blut gebunden und steht dem Körper nicht direkt zur Verfügung. Darum gehört das freie Testosteron dazu, und auch das Verhältnis zum Östrogen.

Das heißt nicht, dass man immer etwas findet, wenn man mehr misst. Darum geht es auch nicht. Aber Hormone, Entzündungsmarker und die wichtigsten Nährstoffe sollte man kennen, bevor man sagt, dass alles in Ordnung ist.

Befund mitgebracht? Und so holst du das Beste aus deiner Blutabnahme

Viele kommen mit einem Stapel Befunde zu uns: Blutbilder vom Hausarzt, Mikrobiomanalysen, Atemtests, manchmal über Jahre gesammelt. Nichts davon geht verloren. Wir schauen uns alles zusammen mit deiner Geschichte an und zeigen dir, wie die Werte zusammenhängen und wie sie sich über die Zeit entwickelt haben.

Je nach Alter eines Befunds musst du manche Werte nicht noch einmal messen lassen und sparst so Geld. Die Grenze liegt bei etwa sechs Monaten. Wichtige Entscheidungen auf ältere Blutwerte zu stützen, macht in der Regel keinen Sinn, weil sich vieles in dieser Zeit verändert. Oft ist der mitgebrachte Befund aber nur ein großes Blutbild mit ein paar Organwerten. Dann empfehlen wir dir, welche Werte zusätzlich sinnvoll sind.

Damit die neuen Werte aussagekräftig sind, kommt es auf die Blutabnahme an. Darum bekommst du von uns vorher eine klare Anleitung. Die wichtigsten Punkte:

Geh morgens zur Blutabnahme, am besten zwischen 8 und 10 Uhr, und nüchtern. Viele Werte folgen einem Tagesrhythmus. Cortisol zum Beispiel ist morgens am höchsten und fällt über den Tag ab. Insulin und Blutzucker verändern sich mit jeder Mahlzeit.

Setz bestimmte Supplements vorher ab, so wie wir es dir sagen. Biotin zum Beispiel kann einige Labortests verfälschen, auch die Schilddrüsenwerte. Und wer am Vortag hoch dosiertes Eisen genommen hat, misst das Präparat und nicht seinen Speicher.

Geh nicht mit einem Infekt zur Blutabnahme. Entzündungswerte, Eisenwerte und weitere Marker verändern sich, wenn dein Immunsystem gerade arbeitet. Das Ferritin zum Beispiel steigt bei einer Entzündung an und täuscht dann einen vollen Speicher vor. Dann misst du den Infekt und nicht dich.

Gut zu wissen
Leg dir einen Ordner für alle deine Befunde an, digital oder auf Papier, und sortiere sie nach Datum. Wer seine Werte über die Jahre vergleichen kann, erkennt Veränderungen viel früher, etwa ein Ferritin, das langsam sinkt, oder ein Insulin, das Jahr für Jahr etwas steigt. Ein einzelner Wert ist immer nur eine Momentaufnahme, die Entwicklung erzählt die eigentliche Geschichte. Und achte beim Vergleichen auf das Labor und die Einheit, denn beides kann sich von Befund zu Befund unterscheiden.
Mythos und Fakt

Was oft gesagt wird. Und was stimmt.

MythosWenn alle Werte im Normbereich sind, bin ich gesund.
FaktDer Normbereich zeigt, was bei den Getesteten häufig vorkommt, nicht was für dich gut ist. Viele fühlen sich schlecht, obwohl alle Werte „passen“, weil sie zwar in der Referenz, aber nicht im Optimalbereich liegen.
MythosBeim Hausarzt wurde schon alles gemessen.
FaktMeist wurden die Blutzellen und ein paar Organwerte gemessen. Nährstoffe, Hormone, Insulin, ApoB und viele Entzündungsmarker fehlen oft.
MythosJe mehr man misst, desto mehr findet man.
FaktEs geht nicht darum, möglichst viel zu messen, sondern das Richtige. Welche Werte sinnvoll sind, ergibt sich aus der Anamnese.
FAQ

Häufige Fragen

Wir schauen gezielt auf mehr Werte, die das Labor misst, und nehmen uns vorher Zeit für eine ausführliche Anamnese, damit wir deinen Befund im Zusammenhang verstehen. Danach erklären wir dir jeden Wert und machen daraus einen Fahrplan. Diagnosen stellen wir nicht, dafür sind Ärztinnen und Ärzte zuständig.

Das Erklären der Befunde mit Anamnese, Befundvideo, Fahrplan und Rückfrage-Call kostet 350 €. Dazu kommen die Laborkosten, die du direkt mit dem Labor abrechnest. Je nach Umfang liegen sie bei etwa 400 bis 600 €.

In der Regel etwa zwei Wochen nach der Anamnese, je nachdem, wie schnell du einen Termin für die Blutabnahme bekommst. Manchmal sind es auch drei.

Nein. Wir sagen dir, welche Werte sinnvoll sind. Die Blutabnahme machst du direkt bei einem Labor oder bei deiner Ärztin oder deinem Arzt. Das Labor misst, wir erklären.

Damit lassen sich bisher zu wenige Werte zuverlässig bestimmen. Sobald es gute Alternativen gibt, nehmen wir sie auf.

Dann sagen wir dir das klar und empfehlen dir, ihn ärztlich abklären zu lassen. Die Diagnose und die weitere Abklärung liegen bei deiner Ärztin oder deinem Arzt.

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