Warum Sportler andere Blutwerte brauchen
Ein Referenzbereich bildet ab, welche Werte bei den Menschen vorkommen, die sich Blut abnehmen lassen. Für Sportler passt das oft nicht. Ein Ausdauersportler braucht zum Beispiel ein anderes Hämoglobin als jemand, der zweimal pro Woche Krafttraining macht. Darum schauen wir bei dir auf den Bereich, der zu deinem Sport und deinen Zielen passt.
Umgekehrt kann Sport Werte verändern, ohne dass etwas nicht stimmt. Das Paradebeispiel ist das Kreatinin. Es entsteht in den Muskeln und dient als Nierenwert. Wer Kreatin nimmt oder viel Muskelmasse hat, hat oft ein höheres Kreatinin, und schnell heißt es, die Niere sei angegriffen. Mit dem Cystatin C gibt es einen Nierenwert, der von den Muskeln unabhängig ist und in diesem Fall mehr aussagt.
Ähnlich ist es mit der Kreatinkinase, kurz CK, einem Muskelwert. Intensives Training, besonders Krafttraining, verursacht kleine Verletzungen in der Muskulatur, und die CK steigt. Sie bleibt nach einer harten Einheit noch ein bis zwei Tage erhöht. Eine harte Einheit am Abend vor der Blutabnahme kann sie am nächsten Morgen also noch deutlich beeinflussen.
Für deine Blutabnahme heißt das: Plane am Vortag kein sehr hartes Training, geh morgens zwischen 8 und 10 Uhr und nüchtern hin, und nicht mit einem Infekt. Bei einer Entzündung steigt das Ferritin an und täuscht einen vollen Speicher vor. Welche Supplements du vorher absetzen solltest, sagen wir dir genau, denn hast du am Vortag Eisen genommen, zeigt das Eisen im Blut eher das Präparat als deinen tatsächlichen Stand.
Genug essen ist Teil des Trainings
Viele ehrgeizige Sportler essen zu wenig, ohne es zu merken. Sie ernähren sich gesund, achten auf ihr Gewicht und unterschätzen, wie viel Energie ihr Training verbraucht.
Kohlenhydrate füllen die Glykogenspeicher in Muskeln und Leber, und aus ihnen holen die Kraftwerke der Zellen bei harter Belastung ihre Energie. Wie viele du brauchst, hängt stark davon ab, wie oft, wie lange und wie intensiv du trainierst. An harten Tagen ist der Bedarf deutlich höher als an Ruhetagen. Wer trotzdem jeden Tag gleich wenig isst, startet in jede Einheit mit halb leerem Tank.
Eiweiß braucht der Körper, um Muskeln zu reparieren und aufzubauen, aber auch für Enzyme, Hormone und Immunzellen. Weil er Eiweiß kaum speichern kann, braucht er jeden Tag Nachschub, am besten verteilt auf mehrere Mahlzeiten.
Bei Frauen hat Energiemangel noch eine Folge, die oft übersehen wird. Wenn der Körper merkt, dass zu wenig ankommt, fährt er die Fortpflanzung herunter. Der Eisprung kann ausbleiben, und ohne Eisprung bildet sich kaum Progesteron. Ein unregelmäßiger Zyklus ist deshalb bei Sportlerinnen ein Zeichen, das man ernst nehmen sollte.
Dazu kommen die Mikronährstoffe. Eisen, Kupfer, B2, B3 und Q10 sind an der Energiegewinnung in den Mitochondrien beteiligt. Fehlt einer davon, kann die Energie auf der Strecke bleiben, egal wie gut du trainierst. Im Tracking sehen wir, wie viel du wirklich isst, und in deinen Blutwerten, wo die Lücken liegen.
Erholung, Infekte und das Gesamtbild
Viele Sportler, die zu uns kommen, werden durch Infekte immer wieder zurückgeworfen. Kaum läuft das Training, kommt die nächste Erkältung. Die häufigsten Gründe, die wir dabei finden, sind chronischer Stress, Nährstoffmängel bei Vitamin D, Selen, Zink und Eisen und ein Darm, der nicht rund läuft.
Jedes Immunsystem ist anders. Es hat eine eigene Infekthistorie, ein eigenes Mikrobiom, einen eigenen Nährstoffverbrauch und reagiert unterschiedlich empfindlich auf Stress. Wer viel trainiert, viel arbeitet und wenig schläft, belastet es von mehreren Seiten gleichzeitig. Darum schauen wir uns nicht nur das Training an, sondern deinen ganzen Alltag.
Für die Leistung ist Erholung genauso wichtig wie die Einheit selbst. Schlaf ist dabei der stärkste Hebel, denn im Schlaf repariert der Körper, was das Training beansprucht hat. Ein guter Umgang mit Stress gehört ebenfalls dazu, denn Stress aus dem Job und Stress aus dem Training landen beim Körper auf demselben Konto.
Auch beim Training selbst lohnt sich ein Blick aufs Ganze. Ruhige Einheiten, bei denen du dich noch gut unterhalten kannst, bauen eine breite Grundlage auf. Intervalle steigern die maximale Sauerstoffaufnahme, die VO2max, die als wichtiger Marker für die Fitness gilt. Die Mischung macht es, und die passt bei vielen nicht.
Am Ende wollen wir, dass du verstehst, warum dein Körper so reagiert, und gezielt an den Stellschrauben drehst, statt einfach noch mehr zu trainieren.




