Vorteile einer individuellen gesunden Ernährung

Viele denken, Essen ist Energie und man braucht ein paar Vitamine für das Immunsystem und den Stoffwechsel, um gesund zu sein. In Wahrheit ist es viel tiefgreifender und komplexer als man denkt, wobei eine gesunde Ernährung eigentlich nicht schwierig ist. Ich bin überhaupt kein Freund von Extremen, weswegen auch ungesundes Essen absolut seine Daseinsberechtigung hat. Dies muss die körperliche Situation im Moment  aber auch zulassen. Außerdem sollte es in einem gewissen Rahmen bleiben Die Ernährung entscheidet darüber, wie unser Wohlbefinden, unsere Leistungsfähigkeit, unser Immunsystem, unsere Stoffwechselprozesse von Hormonproduktion, Entgiftung, Genaktivierung, Verdauung und vieles mehr funktionieren – zusammengefasst über unsere Gesundheit.

Im Umkehrschluss kann uns die falsche Ernährung krank machen. Beispielsweise durch Nährstoffmängel, unterschwellige Entzündungen im Darm, Leberverfettung, Insulinresistenz, schlechte Blutfettwerte, ein schlechtes Mikrobiom und eine insgesamt entzündliche Stoffwechsellage. Diese ist der Ursprung jeder Zivilisationskrankheit, die wir so kennen. Jede Krankheitsentstehung ist multifaktoriell, weswegen Faktoren wie Umweltgifte, Stress, Bewegungsmangel, Genetik und vieles mehr mit in die Waagschale geworfen werden, bis das System kippt. Diese Faktoren beeinflussen sich auch alle gegenseitig. Eine schlechte Ernährung führt unweigerlich zu Nährstoffmängeln, weil selbst eine „gesunde“ Ernährung heutzutage oft nicht mehr bedarfsdeckend auf Mikronährstoffebene ist. Wir wissen alle, dass eine Junkfoodernährung ungesund ist, aber selbst gängige Mikronährstoffmängel können, wenn noch weitere Faktoren dazukommen, das Fass zum Überlaufen bringen.

B-Vitamine und Magnesium beispielsweise sind bei vielen Personen im Mangel. Diese werden an verschiedenen Stellen im System gebraucht, wie für die Energieproduktion, die Entgiftung, Blutzuckerregulation, Cholesterinstoffwechsel,  und die Neurotransmittersynthese. Das ist wirklich nur ein Bruchteil der Funktionen und hier merkt man bereits, dass es bei einer Unterversorgung etwas knapp für den ein oder anderen Stoffwechselweg werden könnte. Zu wenig an B-Vitaminen und Magnesium kann die Serotoninsynthese stören, was zu weniger Melatonin und folglich zu einem schlechteren Schlaf führt, der z.b. mit Herzkreislauferkrankungen und Diabetes assoziiert ist. Gleichzeitig läuft die Entgiftung schlechter ab, weil bestimmte Enzyme in der Leber unter anderem auf B-Vitamine und Magnesium angewiesen sind und die Entgiftung zum Großteil während des Schlafes stattfindet. 

Kommen dann noch Umweltgifte hinzu und beispielsweise eine Östrogendominanz durch Übergewicht, wird Östrogen nicht mehr vernünftig entgiftet, weil das System nicht mehr hinterherkommt und zu wenig Substrate hat. Die Folge sind toxische Metabolite im System, die Entzündungen, und beim Beispiel des Östrogens, Brustkrebs triggern können. Gleichzeitig würde der schlechtere Schlaf dazu führen, dass das Immunsystem nicht mehr vernünftig arbeiten kann und z.b. Krebszellen übersieht, wodurch nur das Defizit an zwei Nährstoffen Brustkrebs begünstigen würde. Das ist schon ein etwas extremes Beispiel und kein Mensch auf der Welt bekommt ursächlich Krebs, weil er zu wenig B-Vitamine und Magnesium hat. Es soll nur verdeutlichen, dass der Stoffwechsel bzw. unser Körper viel anfälliger für solche chronischen Erkrankungen wird, wenn Nährstoffe fehlen.

Ernährung ist ein individuelles Thema und hängt von vielen Faktoren wie Genetik, Mikrobiom, Immunsystem, Krankheiten und natürlich den persönlichen Vorlieben ab. Es gibt nicht die Ernährung, die für jeden gesund ist und die Anforderungen der Ernährung können sich auch mit der Zeit wieder ändern. Eine vegane Ernährung ist beispielsweise für die Wenigsten auf lange Sicht gesundheitsförderlich, weil hier bestimmte genetische Prädispositionen, die die Verwertung von Mikronährstoffen erschweren, viel mehr zum Tragen kommen, weil man viele Lebensmittel aus seiner Ernährung ausschließt. Manche Leute reagieren auf Gluten oder Milcheiweiß ohne es zu wissen, weil es sehr unspezifische, unterschwellige Symptome machen kann, die man gar nicht mehr richtig wahrnimmt. Dies löst die ganze Zeit unterschwellige Entzündungen im Darm aus, was sich auf Dauer sehr ungünstig auswirken kann. Damit will ich sagen, dass nicht jeder alles in gleicher Menge essen sollte, und verschiedene Faktoren hier eine Rolle spielen können, ob die Ernährung für einen Menschen gesund oder eher nachteilig für die Gesundheit ist. Viele Lebensmittel haben Vor- und Nachteile, weswegen immer individuell geschaut werden muss, was für einen Sinn macht und was nicht.